Aldubb “Mesozoic Valley” (One-Drop Music)

Aldubb
“Mesozoic Valley”
(One-Drop Music -- 2020)

Nachdem die letzten beiden Veröffentlichungen, “Planets Of Dub” und “Planets Of Dub Vol. 2”, mit analog eingespielten und gemixten Dubs aufwarteten, legt Aldubb mit “Mesozoic Valley” ein Album vor, das eine Auswahl an “Laptop-Dubs” präsentiert. Er schreibt dazu: “Diesmal kein Orchester, nur digitale Instrumente mit viel analogem Effekt. Eigentlich wurde nix performt, alles programmiert”. Ein Kontrast zu den beiden Vorgängern also, der allerdings keinen neuen Weg von Aldubb präsentiert, denn bereits mit dem Album “6-1X0+2/2” hat er 2013 ein vergleichbares Experiment gewagt. “Mesozoic Valley” präsentiert sich schon vom Cover her als ein eher ungewöhnliches Album in Sachen Dub. Daher zwei Fragen an Aldubb…

Wie bist du auf die Idee gekommen, dem Album das Dinosaurier-Thema zu geben?

Aldubb: Mmmh…. Ich sammle in meinem Notizbuch immer Songtitel auf Vorrat… Davon braucht man immer welche, vor allem bei Instrumentalmusik. Also ich die Songs zusammengetragen habe, habe ich da mal reingeschaut und den Titel „Mesozoic Valley“ gefunden, und gemerkt, dass das kein Song sondern ein Albumtitel ist. Die Songtitel ergaben sich dann irgendwie von selbst… Stimmungen von Songs mit Namen verknüpfen kann echt Spaß machen.

Haben die Titel, wie etwa “Jurrassic Extinction”, etwas mit den Klängen/Kompositionen der Dubs zu tun?

Aldubb: Schon. „Flight Of The Archeopterix“ hat zum Beispiel diese leichte, fliegende Melodie, die sich fast anhört, als wäre sie mit einem Theremin gespielt. „Asteroid“, der letzte Song, das Aussterben der Dinosaurier sozusagen, das ist ‘ne sehr düstere Sache. „Theropoda“, die großen Landsaurier, steppen sehr majestätisch… usw.

Die Dinos sind also los! Und das auf ganzen neun Tracks, die allesamt instrumental gehalten sind. Digital produziert und mit analogen Effekten angereichert geht Aldubb mitunter wild zur Sache und zeigt, dass er auf allen Ebenen zu den Meistern des Genres gehört. Die analoge Wärme der beiden Vorgängeralben mag auf “Mesozoic Valley” etwas fehlen, dafür punkten die Tunes aber mit einer (digitalen) Klarheit, die durchaus ihre Reize hat.

Aldubb arbeitet bei den versammelten Tunes gekonnt mit Klängen, Stimmungen und Geschwindigkeiten. Hinzu kommen, wie immer, fein eingesetzte Effekte. Insofern fügt “Mesozoic Valley” einen weiteren, interessanten Baustein zu Aldubbs Œuvre hinzu. Mein persönlicher Lieblings-Tune ist übrigens “Theropoda” mit angenehm hüpfenden Beats und etlichen, verspielten Ideen.

Karsten Frehe

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About Karsten

Founder of the Irie Ites radio show & the Irie Ites Music label, author, art- and geography-teacher and (very rare) DJ under the name Dub Teacha. Host of the "Foward The Bass"-radio show at ByteFM.